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eigene Geschichten

 

Landratte wird zum Kapitän

Ich muss schon etwas weiter ausholen, um meine Karriere als Freizeitkapitän zu erklären. Begonnen hat es sicherlich mit meiner Leidenschaft zum Angeln. Schon von meiner Jugend an bin ich regelmäßig mit Freunden zum Angeln ins Emsland oder auch über die Grenze, nach Holland oder Belgien gefahren. Übernachtungen unter freiem Himmel waren dabei natürlich meist eingeplant. Mit zunehmenden Alter, na ja zuletzt auch auf leichten Druck

meiner Freundin musste für diese Übernachtungen irgendwann ein Wohnwagen her. Dieses hatte aber entscheidende Nachteile. Zum einen konnte man so einen Caravan nicht mal eben so, irgendwo am Ufer, abstellen und angeln, denn dieses ist ja bekanntlich verboten. Auf dem Campingplatz fehlt jedoch meist die unmittelbare Nähe direkt zum Wasser.

So geschehen auch bei einem Angelkurzurlaub im niederländischen Friesland. Wieder einmal hatten wir von der Polizei "die Rote Karte wegen Wegelagerei" erhalten und waren auf einen Campingplatz ausgewichen. Der Platz war eigentlich prima, lag auch direkt am Wasser, aber der Frust saß trotzdem mal wieder tief. Zum Campingplatz gehörte auch ein

Hafen, in dem man Schiffe in allen Preisklassen chartern konnte. Wie zufällig kamen wir mit dem Reeder ins Gespräch und der malte uns natürlich die Vorzüge eines Yachtcharters in den schönsten Farben aus, kleine Probefahrt mit inbegriffen.
Der Virus hatte uns befallen, konnte aber noch kurze Zeit im Zaum gehalten werden.

Bei einer Party mit Freunden berichtete ich Monate später von unserem Urlaubserlebnis. Die Freunde, er früherer Marinesoldat (W15er), waren sofort Feuer und Flamme, solch ein Pott mit uns gemeinsam zu chartern. Allerdings hatte noch keiner von uns so'n Dingen jemals selber gesteuert. Trotzdem habe ich zu dem Reeder in Holland Kontakt aufgenommen. Von seiner Seite sah er keine Probleme mit uns Anfängern, zumal Vollkasko, zumal Einweisungsfahrt mit ihm. Wir sahen die Probleme, aus dem Abstand zur Buchung in fast 5 Monaten und den passablen Preis, auch erstmal als gering an. Die Idee, zu unserer ersten großen Fahrt nahm Konturen an. Ein Kahn, 8,60 m lang, eine Woche Urlaub und vier Freunde.

Nachdem wir dann unser erstes Abenteuer mit einem Schiff doch verhältnismäßig glimpflich überstanden haben (siehe auch "erste Fahrt"), hatte ich natürlich Blut geleckt.

Wir mieteten uns in den folgenden Jahren immer mal wieder ein Schiff, mal mit der Familie, mal mit Freunden und auch schon mal alleine. Da das Interesse da war, folgte die logische Konsequenz, den Bootsführerschein zu machen. Nach intensivem Pauken habe ich 1990 dann die Prüfungen für den Sportbootführerschein See und Binnen auf Anhieb bestanden.

 

Für meine Freunde hieß ich von da an Käptn Harry.

 
 
 
 
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