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eigene Geschichten

 

ein Meter länger

Jeder Skipper (zumindest kenne ich keinen, der anders tickt) kommt irgend wann zu der Erkenntnis:

Das Boot ist zu klein !

Eigentlich waren wir ja mit unserer MS Reni voll zufrieden. Ich kannte das Schiff in- und auswendig. Von der Technik wusste ich beim kleinsten Muckser, wo ich suchen musste. Die Fahreigenschaften kannten wir im Schlaf.

Kurzum wir wussten, was wir an unserm Kahn hatten. Aber ....

. . . ein Meter mehr wäre nicht schlecht !

Irgendwie hatte uns der Bazillus befallen. Zuerst fiel uns auf, dass wir immer häufiger zu anderen Booten schielten. Wenn dann auch noch ein Schild mit der Aufschrift "TE KOOP" angebracht war, ging man auch mal näher dran und schaute genauer hin.

Unsere arme MS Reni musste, wäre sie ein Mensch, Höllenqualen ausgestanden haben.
Aber geschehen ist dann erstmal nichts.

Ende der 90 Jahre, ich glaube es war 1998 haben wir auf einer unserer Reisen ein holländisches Ehepaar aus Rotterdam kennen gelernt und uns angefreundet. Die beiden waren stolze Besitzer eines Bootes, nun ja, ein Meter länger als unseres. Man konnte schon neidisch sein.

Im Sommer 1999 dann der Hammer: Die Beiden, ich nenne sie mal Horst und Carla, wollten sich verändern. Das heißt, sie suchten ein anderes Boot und zwar ein Meter länger. Wir, so offenbarte uns Horst, hätten bei Interesse uneingeschränktes Vorkaufsrecht und über den Preis würden wir uns schon einig werden.

Leider hatte mein Freund Horst aus Rotterdam, wohl doch eine Menge deutsches Blut in den Adern, denn die Preisverhandlungen erwiesen sich dann als äußerst schwierig, man kam sich aber langsam näher.

Zum Abschluss der Fahrsaison 1999 stand für uns dann die Entscheidung an. MS Reni verkaufen oder nicht? Ein Makler machte uns die Entscheidung leicht. Auf Grund des ausgezeichneten Zustand wäre ein ordentlicher Preis zu realisieren.
Da wir den Hausstand auf dem Boot ohnehin wegen des herannahenden Winters auflösen mussten, haben wir dass Boot auch gleich dem Makler zum Verkauf übergeben.

Ende des Winters, es war bereits Februar 2000 dann der zweite Hammer: Horst und Carla teilten uns mit, ihr Schiff nun doch noch nicht zu verkaufen.

Echt toll ! Plötzlich standen wir ganz ohne Schiff da.
Statt ein Meter länger drohte uns nun "Schlauchboot".

Was folgte, war eine Odysse durch ganz Holland. An zwei Wochenenden haben wir dann mit dem Auto fast alle Häfen abgegrast, auf der Suche nach einem neuen Schiff. Was für einen Schrott uns dabei angeboten wurde und zu welchen Preisvorstellungen,
 . . . unglaublich !

Am Nederrijn bei Maurik haben wir dann endlich etwas nach unserem Geschmack gefunden. Die anschließenden Preisverhandlungen waren kein Problem mehr.
Man hatte ja schließlich Erfahrung !

Ende März 2000, pünktlich zum Beginn der neuen Fahrsaison hatten wir wieder ein Traumschiff.

 

Die Lady Ann,

 

und vor allem

 

. . . ein Meter länger.


"Lady Ann" Einfahrt in den Heimathafen
"Lady Ann" im Jachthafen
"Lady Ann" im Jachthafen
Der Steuerstand
Der Steuerstand
Lady Ann von Innen
Von Innen feinstes Mahagoni
Die Kombüse
Die Kombüse

Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

 
 
 
 
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