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Fahrten und Events

 

Auf großer Fahrt 2009 Teil 4 (Wir fahren nach Berlin)

10.08.2009

Wir hatten mittlerweile das Bundesland Brandenburg erreicht. Die Havel führte uns mit vielen Windungen, super schön gelegen, nach Bredereiche, weiter durch Burgwall, an Mildenberg vorbei auf Zehdenick zu.

Die Stadt Zehndenick blickt auf eine fast 800 Jahre alte Geschichte zurück. 1801, nach einem großen Feuer wurde die Stadt fast völlig zerstört und in der Folgezeit ähnlich dem alten Grundriss wieder aufgebaut. Bekannt wurde Zehndenick 1887 nach der Entdeckung großer Tonvorkommen. Zirka 30 Ziegeleien, brannten in Ringöfen Ziegelsteine. Lastkähnen beförderten diese Steine über die Havel nach Berlin. Weite Teile der Stadt Berlin wurden damals mit Ziegeln aus Zehdeni5nck gebaut.


Die Havel, traumhaft schön

 

Hinter der Schleuse von Zehndenick wurde die Fahrt allerdings recht eintönig.

Oder waren wir in den vergangenen Tagen einfach nur von der landschaftlichen Schönheit verwöhnt worden?

Zehndenick - warten vor der Schleuse ...

 

... und bei der alten Hebebrücke

Zwei Schleusen oder ca. 20 km hinter Zehdenick erreichten wir die Obere Havel. Links führt der Weg über den Oder-Havel-Kanal nach Polen, rechts über die Obere Havel nach Oranienburg und weiter nach Berlin. Diese Strecke ist Bundeswasserstraße der Kl. IV und wird entsprechend von der Berufsschifffahrt, vorwiegend polnische Schubverbände, genutzt. Sie ist entsprechend breit und auch hier landschaftlich nicht besonders schön. Auch die nachlassende Wasserqualität ist offensichtlich.

Hinter der Lehnitzschleuse erreichten wir den Lehnitzsee, bei Oranienburg. Einen schönen Liegeplatz konnten wir hier nicht ausmachen, zudem wir in dieser Hinsicht in den vergangenen Tagen wahrlich verwöhnt wurden. Wir hatten auch noch etwas Zeit und konnten in Richtung Berlin noch ein wenig weitersuchen. Besser wurde es aber auch nicht mehr. An der Hafenkade eines stillgelegten Industriebetriebes lagen wir zwar nicht sehr idylisch, aber dafür recht sicher.

 

11.08.2009

Die aufgehende Sonne versprach uns wieder einen herrlichen Sommertag. An Badevergnügen war aber trotzdem nicht zu denken, denn dass Wasser sah auch hier alles andere als sauber aus. Bis zum Stadtrand von Berlin war es nicht mehr weit und so erreichten wir Henningsdorf und den Nieder Neuendorfer See. Zum Ende des Sees wies uns ein Schild zum Tegeler See, zwar etwas abseits unserer Fahrroute, aber mal reinschauen wollten wir schon. Die Zufahrt ist etwas verzweigt, dafür aber durchaus interessant.

Der See selbst verfügt über einige Insel und hat glasklares Wasser. Die Wasserqualität ist die beste aller Berliner Seen und liegt bei der Güteskala von I bis VII bei beachtlicher II. Möglich gemacht hat dieses eine aufwendige Sanierung des Sees in den Jahren 1985-95 In deren Zusammenhang wurde auch eine aufwendige Wasseraufbereitungs- und Sauerstoffbelüftungsanlage verbaut.

Trotz des doch recht starker Bade- und Bootsbetriebes entschieden wir uns spontan, bis zum nächsten Morgen hier zu bleiben. Zum Ankern gab es hier gute Möglichkeiten und bei Temperaturen um die 30°C war der See optimal zum Schwimmen.


Tegeler See - pures Badevergnügen


Das Fahrgastschiff Moby Dick

 

Zufahrt zum Tegeler See

12.08.2009

Auf Grund des nach wie vor herrlichen Wetters wurde es doch Mittags, ehe wir dazu kamen, den Anker zu lichten. Bevor wir nun endlich über die Spree ins Berliner Zentrum fahren konnten, sollte noch einmal Der Treibstofftank aufgefüllt werden. An der Unteren-Havel-Wasserstraße. hinter dem Abzweig zur Spree gibt es ein Bunkerschiff, wo auch günstig weißer Diesel zu bekommen ist. Bei der Ankunft dort wurde uns allerdings mitgeteilt, dass das Bunkerschiff gerade in Revision ist und kein Tanken möglich ist. Die Marina "Lanka", ein paar Kilometer weiter hat zwar auch Diesel ist aber auch ziemlich teuer. Zwei Brücken weiter gibt es aber glücklicherweise eine Tankstelle in Sichtweite zum Wasser. Bei einem Preis von 1,03 € war es uns die Mühe wert, den Sprit mit unseren 25 l- Kanistern heranzuschaffen.
Nun ging es aber endlich zur Spree. Noch ein paar km über den Westhafenkanal und wir waren dort. An Charlottenburg vorbei ging es Richtung Tiergarten zum Regierungsviertel. Waren die ersten Kilometer noch etwas unspektakulär, wurde die Fahrt nun aber immer interessanter.


Anfangs lediglich einige Hotelburgen und etliche, oft zu Strandbars bzw. Restaurants oder Cafes umgebaute, ehemalige Fabrikgebäude zeichnete sich so langsam die Skyline des neuen Berliner Hauptbahnhof und des Regierungsviertels ab. Spätestens ab hier nahm der Schiffsverkehr durch die vielen Fahrgastschiffe stark zu. Noch hatten wir keinen blassen Schimmer, wo wir überhaupt einen ordentlichen Liegeplatz finden werden. Die ersten beiden Passantenliegeplätze, am Tiergarten und in der Nähe des Kurfürstendam waren bereits belegt. Hinter dem Bundeskanzleramt und dem Reichstag, direkt gegenüber des ARD Hauptstadtstudios gibt es noch den Passantenanleger Schiffbauerdamm auf der anderen Spreeseite und siehe da, genau noch ein Plätzchen war frei.

Tjaa, Glück muss man haben!



Anleger am Schiffbauerdamm

Schnell die Fahrwasserseite gewechselt und an Steuerbord festgemacht. Etwa 500 m vor uns, in  der Blick auf die Glaskuppel des Reichstages, nach hinten in ca. 600 m der Bahnhof Friederichstraße,
dahinter der Alex.
Auf der linken Seite die Fassade des ARD Hauptstadtstudio,
rechts die Hauptstadtstudios von RTL und N24.

Locker zu Fuß zu erreichen, nördl. von uns das Berliner Charitá und südl. das Brandenburger Tor, östl. der Alexanderplatz mit Fernsehturm, Lustgarten mit dem Berliner Dom, das Rote Rathaus oder auch der Kiez an der Oranienburger Straße

Spree

 


Eine der vielen Strandbars am Speeufer

 

Der neue Berliner Hauptbahnhof im Hintergrund

 

Das Bundeskanzleramt

13.08-15.08.09

Für drei Tage hatten wir uns Landgang verordnet. Teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad haben wir versucht, so viele Eindrücke wie in dieser kurzen Zeit möglich von unserer Bundeshauptstadt auf zu nehmen, einschließlich abends schick Essen gehen.


Neptunbrunnen am Alexanderplatz

 

Zum gastronomischen Erlebnis Berlins nur soviel. Es ist kaum zu glauben, wie günstig man in Berlin essen kann. Ebenso bestechend auch die Vielfalt der kulinarischen Genüsse. Der enorme Konkurrenzdruck scheint wohl auch der Grund zu sein, für supergünstige Preise bei sehr guter Qualität.

Nur ein Beispiel dafür:
In einem vietnamesischen Lokal in der Oranienburger Straße haben wir für ein sehr gutes Abendessen 6,50 € pro Person bezahlt. Dazu gab es Cocktails vom allerfeinsten z.B Caipirinna oder Mai Thai für 4 €. Wer vor 18.30 Uhr dort Essen geht, bekommt auf das Essen sogar noch 30 % Rabatt. Die Pizza beim Italiener nebenan kostete z.B. 8 € (50% Rabatt vor 18.00 Uhr)

Trotz der vielen Eindrücke war es uns schon klar, dass diese drei Tage in Berlin bei weitem nicht ausreichen, um alles sehen zu können. Wir haben uns gewissermaßen nur einen Vorgeschmack auf einen zukünftig geplanten Kurzurlaub, ohne Schiff, geholt.


Der Berliner Dom am Lustgarten

 

Das Rote Rathaus


Kurfürstendam - Gedächniskirche


Brandenburger Tor


Siegessäule

16.08.2009

Ob wir wollten oder nicht, wir mussten weiter. Geplant hatten wir die Fahrt über die Spree bis Köpenick. Doch nach der Warschauer Brücke, spätestens aber ab der Elsenbrücke bei Treptow, wurde die Landschaft zunehmend eintöniger. Darum entschieden wir, in den Britzer Zweigkanal einzubiegen um via Teltowkanal zum Wannsee zu gelangen. Auch diese Kanalstrecke lässt sich nur als äußerst eintönig bezeichnen. So gesehen waren wir froh, hinter der Kohlhasenbrück den Kanal zu verlassen. Durch einen kleinen Stichkanal erreichten wir über Stölpchensee und den Pohlesee zunächst den Kleiner Wannsee. Prunkvolle Villen an den Seeufern zeigten uns, hier wohnt die Berliner Prominenz.




Villen am Wannsee und Stölpchensee

 

Vom Großen Wannsee waren waren wir ein wenig enttäuscht. Frei nach dem 50er Jahre Schlager von Conny Froboess "Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nüscht wie raus nach Wannsee" Wir wollten unbedingt dort auch mal baden, aber das Wasser war grün von Algen und da haben wir besser darauf verzichtet.

 

Das Kapitel Berlin ist, zumindest was diesen Urlaubsbericht anbelangt, für uns beendet. Das wir in nächster Zeit noch mal wiederkommen, steht für uns aber außer Frage. Ob mit dem Schiff sei mal dahingestellt, eine Städtereise für vielleicht eine Woche, wäre hier eine gute Alternative.


Noch ein Blick auf den Alex

 


... und auf den Berliner Dom

 


Warschauer Brücke

 

 
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