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Fahrten und Events

 

Auf großer Fahrt 2009 Teil 2 (Fahren mit den Gezeiten oder vom Dollart zur Elbe)

Die Reise vom Dollart bis zur Elbe, ist geprägt von den Gezeiten, von Ebbe und Flut oder genauer, vom auf- und ablaufenden Wasser.

Beim Fahren mit einem Verdrängerschiff wird der Tagesrhythmus maßgeblich von den Gezeitenströmungen bestimmt. Bei einer Strömung bis zu 6 km/h macht es wenig Sinn, sich gegen die Naturgewalt zu stellen. Besser ist, die Abfahrtzeiten dem Tidenplan anzupassen.

Mit 18 Km/h statt 6 km/h, bei gleicher Motordrehzahl fährt es sich halt wesentlich ökologischer. anz nebenbei haben wir auch mal erfahren, wie lang eigentlich ein Tag sein kann, wenn man Morgens z.B. um 5:00 Uhr aufsteht. Davon aber später mehr.

 

17.07.2009

Wie wichtig die Entscheidung war, aufs Tempo zu drücken, wurde uns im Nachhinein klar. Am Himmel zog westlich von uns eine riesige Gewitterwand auf. Wir schafften es gerade noch, drunter her zu huschen. Von Emden aus war Delfzijl hinter der schwarzen Regenwand nicht mehr zu sehen.

Dieses Mal hatten wir alles richtig gemacht und uns eine Belohnung verdient. Ein Zwischenstop in dem kleinen Fischerörtchen Ditzum musste sein. Nach einem leckeren Backfisch, plus Matjesbrötchen, dazu mit einer frisch geräucherten Makrele, zwei Räucheraalen und einem Kilo Garnelen unter dem Arm konnten wir unser letztes Teilstück bis nach Leer angehen.

Wir waren heute 13 Stunden unterwegs sind aber allerbeste Laune, denn wir liegen mit unserem Plan wieder voll im Soll.

Die Seeschleuse vor dem Hafen in Leer hatte bei unserer Ankunft leider schon geschlossen und so mussten wir mit dem Wartesteiger an der Leda vorlieb nehmen. Das Anlegen daran ist nicht ganz ohne. denn die Gezeitenströmung auf der Leda ist enorm. Darum unbedingt gegen den Strom anlegen.

18.07.09

Wie mir der überaus freundliche Schleusenmeister erzählte, drückt sich das ablaufendem Wasser mit bis zu 12 km/h aus der Leda. Das auflaufende Wasser hat kaum weniger Strömung. Für uns der Grund der etwas unruhigen Nacht, denn das Gurgeln am Rumpf war kaum zu überhören.

Weitere gute Infos des Schleusenwärters:

  1. Die aus meinen Unterlagen ersichtlichen Schleusenzeiten von 6:00 Uhr bis 19:00 Uhr gelten für die Berufsschifffahrt. Passiert ein Berufsschiff die Schleuse, wird man natürlich mitgenommen. Für die Sportschifffahrt wird um 8:00 Uhr, 14:00 Uhr und um 17.30 Uhr jeweils einmal gesondert geschleust. Bei Niedrigwasser kann aus technischen Gründen nicht geschleust werden. Die ausgefallene Schleusung verschiebt sich dann um die entsprechende Zeit.
  2. Für den heutigen Tag ist das Niedrigwasser bei Leer für 16:30 Uhr zu erwarten. Die beste Abfahrtzeit von der Seeschleuse Leer ist etwa 10 Minuten früher. Die Erklärung dazu: Mit dem noch ablaufenden Wasser erreichen wir die Einmündung zur Ems. Das Niedrigwasser ist hier erreicht und nach wenigen Minuten kehrt sich die Fließrichtung um und das auflaufende Hochwasser drückt uns dann mit voller Kraft Richtung Herbrum.
  3. Ganz schön Klever, diese Ostfriesen. Aber soweit waren wir noch nicht. Zuerst einmal wollten wir uns noch das Städtchen Leer ansehen. Einschleusen gemeinsam mit einem Berufsschiff um 10:00 Uhr, knapp einen Kilometer weiter kommt die Hebebrücke vor dem eigentlichen Passantenhafen. Der Hafenmeister und Brückenwärter (in Personalunion) wies uns wegen unserer kurzen Verweildauer einen schönen Platz vor der Brücke zu.

Leeraner Hafen

Der erste gute Eindruck von Leer bestätigte sich auch beim Landgang. Beschauliche Innenstadt, jede Menge Restaurants, Straßencafes und sonstige Gastronomie und, heute am Samstag, auch ein kleiner aber feiner Wochenmarkt.

Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch einmal das Bedienpersonal an Brücke bzw. Schleuse. Alle ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und sehr nett, so wie die Ostfriesen nun mal sind.

Nach einem kleinen Imbiss, versehen mit den nötigen Einkäufen bestiegen wir wieder unser Schiff, um den Schleusengang um 14:00 Uhr nicht zu verpassen. Hinter der Schleuse noch einmal festmachen und auf die Ebbe warten. Der gerade erst erstandene Friesentee half, die Wartezeit zu überbrücken.

Wie uns der Schleusenmeister vorher bereits gesagt hatte, wurden wir auf der Ems vom hereindrückenden Gezeitenstrom regelrecht vorangetrieben. Die Aussicht nach rechts und links gibt leider nur wenig her. Entweder schaut man auf den Emsdeich oder auf die trocken gefallenen Schlickufer. Das Wasser selber - eine lehmig, trübe Brühe. Wir passierten das Örtchen Weener, der Meyerwerft in Papenburg, vorbei an Rhede an der Ems, erreichten wir nach weniger als 2 Stunden die Schleuse Herbrum.

Richtig Power auf der Ems- und das Bergauf


Ab Herbrum wird die Ems von der Seewasser- zur Binnenwasserstraße. Hier wird auch die Ufervegetation und Wassertrübung wieder wesendlich besser. Von der Schleuse Bollingerfähr können wir fast auf unser Zuhause schauen. Noch das letzte Stückchen Ems, dann abbiegen in den Küstenkanal, die Schleuse Dörpen passieren und in einem Seitenarm des Küstenkanal liegt dann der Hafen des WS Dörpen-Lehe. Hier wollen wir für 2 bis 3 Tage bleiben.

 

Karge Vegetation


Freunde zu Besuch an Bord unserer Lady Ann


Schöner Hafen - WS Dörpen-Lehe

22.07.2009

Unser Zwischenstopp im Yachthafen Dörpen-Lehe ist nun beendet. Wir hatten die Tage zu Hause verbracht. Urlaub vom Urlaub so zu sagen. Wobei die Tage nicht so ganz erholsam waren. Sonntags, gab es so einiges mehr oder weniger wichtiges zu erledigen. Montag war in unserem Ort Schützenfest und Dienstag regenerieren nach dem Schützenball angesagt.

Freunde halfen uns am Mittwoch, das schwere Gepäck zum Schiff zu bringen, wir selbst nahmen unsere Fahrräder und so waren wir gegen Mittag im Hafen. Ohne Klönschnack mit Lütt un Lütt ging es hier auch nicht ab und so dauerte es doch bis 15.00 Uhr, bis wir endlich ablegen konnten.

Der Küstenkanal, wie an der Schnur gezogen

Unser Tagesziel war Oldenburg, etwa 64 km entfernt. Der Küstenkanal zählt zu den Wasserstrassen, die ein relativ niedriges Verkehrsaufkommen aufweist. Ein bisschen Berufsfahrt und ein wenig Sportschifffahrt. Die Strecke, fast wie an einer Linie gezogen, Schnurgeradeaus. Unterwegs hatte ich schon Angst, dass uns das Ruderblatt mangels Bewegung festrostet. Nach 5 Std. Fahrzeit haben wir kurz vor Oldenburg eine ordentliche Anlegemöglichkeit für die Nacht gefunden.

 

23.07.2009

Wieder einmal haben wir viel zu lange geschlafen. Nach ausgiebigem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Bis zur Schleuse Oldenburg waren es gerade mal 20 Minuten. Das Schleusentor stand auf, die Ampel auf doppelt Rot. Ganz langsam näherte wir uns dem Schleusentor in der Erwartung, dass die Ampel auf Grün sprang, aber nichts. Also Handy raus und anrufen.

Folgender Dialog entstand.

  • Schleusenmeister nimmt ab: "Hier Schleuse Oldenburg"
  • Ich: "Sportboot Lady Ann im Oberwasser vor der Schleuse Oldenburg, ich möchte in die Hunte Richtung Weser, kann ich in die Schleuse einlaufen?"
  • Schleusenmeister: "Die Ampel ist auf doppelt Rot."
  • Ich: "Wäre Grün, hätte ich wohl nicht anrufen müssen, wann kann die Schleuse denn bereitgestellt werden?"
  • Schleusenmeister: "Das Unterwasser ist eine halbe Stunde vor Niedrigwasser Schleusen ist jetzt nicht möglich."
  • Ich: "Das Warum ist zwar interessant, aber das Wann interessiert mich doch mehr."
  • Schleusenmeister: "Etwa in einer Stunde."
  • Ich: "Danke, ich mache vor der Schleuse an Backbord fest und warte."

Nach der besagten Stunde sahen wir, wie sich das Schleusentor plötzlich vor uns schloss. Ich wieder ans Handy.

  • Der Schleusenmeister (ich sag ab jetzt nur noch Schleusenwärter, denn Meister ist nun wirklich zu hoch gegriffen): "Ich muss erst ein Frachtschiff vom Unterwasser hochbringen."
  • Ich: "Aber da hätten sie uns doch mit herunter nehmen können."
  • Schleusenwärter: "Das Tor ist aber schon auf schließen,"
  • Ich: "Dann drücken sie doch wieder auf öffnen."
  • Schleusenwärter: "Keine Zeit, das Frachtschiff kann nicht warten, wenn ich wieder oben bin können sie einfahren, ich melde mich dann über Lautsprecher."

Eine halbe Stunde später war das Frachtschiff endlich oben um gleich hinter uns an den Dalben fest zu legen. Er hatte offensichtlich Feierabend für heute.

Soviel nur dazu - Keine Zeit, das Frachtschiff kann nicht warten.

Wie versprochen kam nun der Anruf über die Lautsprecheranlage: "Die Sportboote (es hatte sich mittlerweile ein großes niederländisches Schleppboot dazu gesellt) können noch nicht einfahren, es nähert sich ein Frachtschiff von Dörpen".

20 Minuten später war es dann auch da, lief ein, fuhr ganz nach vorne und ließ etwa 20 m Platz hinter sich. Das reicht noch für uns. Die Ampel zeigte auch noch Grün. Wir also Leinen los und ablegen.

Zack, die Ampel geht auf Rot. Wir also wieder zurück, aufs Neue anlegen.

Dem Skipper des Schleppbootes hat der Schleusenfuzzi wahrscheinlich sein Leben zu verdanken. Meine Schlagadern war inzwischen dick wie Mettwürste, meine Hemmschwelle lag weit unter null. Aber wie gesagt, der Schleppbootfahrer konnte mich wieder so halbwegs beruhigen.

Ich will nur kurz noch anmerken, dass auch die nächsten beiden Schleusungen nicht für uns bestimmt war. Dann waren wir aber endlich dran.

Nach viereinhalb Stunden Wartezeit hatten wir endlich die Schleuse Oldenburg passiert. Unseren geplanten Landgang in Oldenburg konnten wir aber knicken, denn für kurz vor sechs war bereits das Hochwasser auf der dahinter liegenden Hunte erreicht und wir mussten weiter, um noch die Strömung des ablaufenden Wassers mit zu nehmen. Das der Brückenwärter der Eisenbahnbrücke in Oldenburg uns dann auch noch eine Stunde lang unplanmäßig warten ließ, passte letztendlich in unser Bild zu Oldenburg.

Die Fahrt über die Hunte und weiter auf der Weser bis nach Brake verlief dann sehr zügig und ohne weitere Zwischenfälle. Der städtische Passantenanleger bei Brake macht zwar einen guten Eindruck, liegt aber direkt am Fahrwasser der Weser.

Das wird wohl eine unruhige Nacht werden.

 

24.07.2009

Wir hatten uns den Wecker für 4.30 Uhr gestellt. Grund: Das Weserhochwasser bei Brake war für diesen Zeitpunkt angesagt. Heute wollen wir schließlich Distanz gutmachen und das geht nun mal nicht, wenn man das ablaufende Wasser verschläft. Geschlafen haben wir übrigens ganz ausgezeichnet. Kaum Wellenschlag durch große Schiffe oder Lärm. Da über der Weser noch eine Dunstglocke lag und die Strömung noch nicht ganz umgeschlagen war, blieb noch genügend Zeit für einen gründlichen Motorcheck, incl. Dieselvorfilter reinigen. Um 5.15 Uhr konnten wir dann ablegen.

Die Sonne zeigte sich langsam am Horizont und bei viel besseren Sichtverhältnissen ging es bei kräftiger Strömung sehr zügig voran.

Bereits um 7:30 Uhr hatten wir die Einmündung der Geeste in Bremerhaven erreicht. Warum die Nacht so ruhig war, wurde uns dann auch klar. Momentan herrscht wohl auf der Weser kaum Schifffahrt. Auf den 35 km haben wir nicht ein Berufsschiff gesichtet

Direkt bei der Innenstadt machten wir erstmal wieder fest, denn die Stadt wollten wir uns auf jeden Fall einmal ansehen. Von Bremerhaven waren wir echt begeistert. Hafengebiet plus den vielen imposanten Bauwerken, wie z.B. das Klimahaus, der hohe Hotelkomplex des SailCity Hotel am Hafen oder die Einkaufsgalerie, aber auch die tolle Fußgängerzone in der Innenstadt, einfach Spitze. Dazu finden gerade die Bremerhavener Hafentage statt. Mit vielen großen Schiffen, u.a. auch das erst im Mai 2009 neu in Dienst gestellte Fischereischutzschiff der Küstenwache, die Meerkatze oder der Hochseeschlepper der Bundesmarine, die Wangeroog, Besichtigung nebst ausführlichen Erklärungen mit eingeschloessn.


Besichtung auf dem Hochseeschlepper der Bundesmarine Wangerooge

 

Gegen Mittag mussten wir uns aber beeilen, denn die erste Schleuse auf der Geeste, so wurde uns berichtet, ist wegen der Durchfahrthöhe unter dem Schleusentor eine Stunde vor und nach dem Hochwasser nicht benutzbar. Wirklich auf dem allerletzten Pfiff kamen wir noch in die Schleuse. Mit abgeklappten Geräteträger und Fenster hatten wir noch ca. 2 cm Luft unter dem Tor.

Vor Sonnenaufgang Morgens um fünf



Weserfischerei, wir waren nicht als einzige aktiv am Morgen

 

Hinter der Schleuse ging es dann ganz beschaulich weiter, erst die vielen Windungen der Geeste nach, später dann in den sehr schmalen Kanal Weser - Elbe. Höchstgeschwindigkeit 8 km/h, dazu aber Natur pur. Bei km 36 noch eine kleine Schleuse, Der Skipper muss die Schleusentore mittels verschiedener Knöpfe selber bedienen. Ein Zahlautomat ist auch angelegt. Kosten: Fürs Schleusen (Schleuse Linting und Otterndorf) je 2,50 Euro plus 3 Euro per Tag, für uns also 8 Euro. Der Automat akzeptiert nur Münzen, bedeutet also, entsprechend Kleingeld bereit halten. Erfreulicherweise wird Das eingenommene Geld genutzt, um Liegemöglichkeiten für Sportboote zu erschaffen. Hinter Bedakesa haben wir davon mehrere neu angelegte Stege, für jeweils ein Boot, gesehen und auch dort etwa 15 km vor Otterndorf einen freien Platz gefunden.

So gesehen ging ein schöner Tag zu Ende, an dem wir wieder viel gesehen haben.

Die Geeste, Teil der Verbindung Weser-Elbe

25.07.2009

Der lange gestrige Tag hatte doch Spuren hinterlassen. Wir kamen morgens doch sehr schwer aus dem Bett. Als Frühpensionär ist man einfach nichts mehr gewohnt. Anderseits hatten wir heute auch etwas Zeit, denn laut Gezeitenplan brauchten wir erst um ca. 13.00 Uhr die Schleuse Otterndorf passieren.

Es ging nun raus auf die Elbe. Die Ausfahrt erfolgte bei Niedrigwasser durch einen schmalen Priel bis zum Rand der Elbefahrrinne. Es herrschte recht kräftiger Rückenwind und dementsprechend gab es auch sehr rauhes Wasser. Dazu kamen die großen Wellen der vielen Seeschiffe, die uns immer wieder passierten.

Man musste schon höllisch aufpassen, dass uns die Wellen nicht von der Seite erwischen. Man sollte sich unbedingt etwas außerhalb des Fahrwassers halten aber trotzdem in der Nähe der Betonnung bleiben. Das auflaufende Wasser hat schnell die zahlreichen Sandbänke und Untiefen überspült, so dass man leicht verleitet werden kann, extrem weit vom Fahrwasser weg zu bleiben. Ruckzuck fehlt das erforderliche Wasser unter dem Kiel und man bekommt Grundberührung. Bei auflaufenden Wasser vielleicht noch nicht ganz so tragisch, bei ablaufendem Wasser hat man jedoch ein richtiges Problem. Trockenfallen bedeutet unweigerlich mindestens 6 Stunden Wartezeit, bis wieder genügend Wasser unterm Kiel ist.

Nach knapp 4 Stunden hatten wir das stillgelegte AKW Stade erreicht. Im Rücken baute sich mal wieder ein Gewitter auf und wir entschieden kurzfristig, in Stade zu übernachten. Wir folgten dem kleinen Flüsschen, die Schwinge etwa 4 km und erreichten den Stadthafen Stade.

Der alte Hafen in Stade

 

Aufwendig restaurierte Häuser (16.Jhr.)

Bei unserem abendliche Landgang präsentierte sich Stade mit seiner herrlichen Altstadt rund um den historischen alten Hafen mit aufwendig restaurierten Häusern aus dem 15. Jahrhundert und vielen kleinen Lokalen und Cafes.

Stade, nur durch Zufall angelaufen, hat einen nachhaltig guten Eindruck bei uns hinterlassen.

Gemütliche Cafes laden zum Verweilen ein

26.07.2009

Das letzte Stück Elbe bis Hamburg lag uns bevor. Gut 2 Fahrstunden verliefen recht ruhig, wobei die Elbe kurz vor Hamburg doch schon recht schmal wurde. Die Fahrrinne der Seeschifffahrt reicht auf beiden Seiten bis dicht zum Ufer. So einige Ozeanriesen begegneten uns bei der Fahrt. Wie von uns extra bestellt auch ein Kreuzfahrtschiff, die AIDA Cara. Ich weiß nicht, ob der Kapitän uns meinte, als er sich mit seinem Schiffshorn verabschiedete.

Bei den Landungsbrücken wurde das Fahrwasser dann extrem unruhig, denn die vielen Fähren, Rundfahrtboote, Schlepper und Lotsenboote machten doch so einigen Wirbel. Nebenbei wurde auch noch ein riesiges Containerschiff auf der Elbe von zwei Hochseeschlepper gedreht. Alles in allem ein riesen Spektakel, bei dem wir uns nicht satt sehen konnten. Dazu kommt die Skyline des Welthafens Hamburg.

Im Cityhafen, direkt bei dem zum Restaurant umgebauten Leuchtfeuerschiff haben wir einen relativ guten und Zentral gelegenen Liegeplatz gefunden.

Natürlich ist für heute Nacht ein Bummel über dem Kiez angesagt.


Enger Kontakt mit dicken Pötten


27.07.2009

Zu unserem Landgang in Hamburg kann ich nur sagen, na ja. Wir hatten wohl auf unserer Suche nach einem Super Restaurant zu viel Kraft vergeudet. Dazu kam noch das recht füllige Essen, das uns auf den Magen geschlagen war. Jedenfalls, nach einem Lütt un Lütt hatten wir genug von Reeperbahn und Kiez und waren froh wieder auf dem Schiff zu sein.

Die Weiterfahrt war für 16.00 Uhr geplant (Niedrigwasser Pegel Altona). So hatten wir noch Zeit für einen ausgedehnten Bummel entlang der Landungsbrücken. Hier gibt es immer was zu sehen und mit ein wenig Glück auch zu hören, wenn man zufällig ins Gespräch mit alten St. Paulianer kommt. Die Storys, die wir von zwei älteren Herren, die wohl auf dem Kiez aufgewachsen sind, zu hören bekamen, waren sicherlich Stoff genug für einen kompletten Kinofilm.

Leider hatten wir bei dem Gequatsche auch die Zeit vergessen und kamen fast eine halbe Stunde zu spät zum Schiff. Die Strömung der Tiede war schon so stark, dass es uns die allergrößten Mühen bereitet, noch rückwärts aus der Box zu kommen.

Entsprechend schnell ging es dann aber weiter, über die Norderelbe bis zur Schleuse Geestacht. In Absprache mit dem Schleusenmeister konnten wir im Oberwasser hinter der Schleuse am Wartesteiger für die Nacht festmachen.


Im City Sportboothafen, direkt beim alten Feuerschiff

 

Die zurückliegenden 11 Tage waren zwar ausgesprochen interessant,  aber auch streßig. Immer mit dem Blick auf dem Tidekalender haben gut Kilometer gemacht, sind nun aber froh, dass wieder unser Wohlgefühl den Tagesablauf bestimmt.

 
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