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Windjammer

 

Die verschiedenen Schiffstypen

Großsegler waren zu Kolonialzeiten die einzige Möglichkeit um Handelsgüter und Rohstoffe aus Übersee nach Europa zu schaffen. Alle seefahrenden Nationen waren bestrebt, eine eigene effiziente Handelsflotte und zur deren Absicherung auch eine Kriegsflotte aufzustellen. Der Schiffsbau hatte seine Blütezeit. Auch die Technik wurde immer ausgefeilter, die Schiffe immer größer.

Im Laufe des Industriezeitalters und der Entwicklung der ersten Maschinen im im Wechsel zum 19. Jahrhundert wurden nach und nach immer mehr Großsegler durch Dampfschiffe ersetzt. Das Manko der mitzuführenden Brennstoffe für die Heizkessel und die damit verbundene Ladereduzierung wurde durch Geschwindigkeit ausgeglichen.

Für die Ausbildung von Seekadetten waren diese großen Segelschiffe aber weiterhin ideal. So entstanden die Schulschiffe, teilweise umgebaute Handelsschiffe, teilweise aber auch Neubauten.

Durch die enormen Unterhaltskosten haben die Nationen ihre unter Segel fahrende Schulschiffflotten stark reduziert oder ganz abgeschafft. Die Tradition dieser Schiffe haben aber dazu geführt, dass viele dieser Schiffe gemeinnützige Stiftungen überstellt wurden oder andere Geldquellen generiert haben. Sailing mit aktiv teilnehmenden Touristen ist auf vielen diesen großen Schiffen heute nicht mehr ungewöhnlich.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieser Seite, die Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Schiffstypen.

Diese werden auf Grund ihrer unterschiedlichen Takelung (Anordnung der Masten und Segel) eingeordnet.

Schiffe mit mindestens 3 rahgetakelten Masten nennt man Vollschiff. Zu den klassischer Vertreter zählt das russische Schulschiff Mir. Die Mir gilt als schnellster Großsegler der Welt.

Die Anzahl der Rahen, man spricht dabei auch von Stockwerken, der einzelnen Masten kann zwischen 4 und 6 variieren.

Die Mastfolge eines Vollschiffs von vorne nach achtern ist: Fockmast - Großmast - Kreuzmast (der stets letzte Mast eines Vollschiffes).

Der Kreuzmast trägt ein zusätzliches Gaffel- oder Besansegel. Hiermit werden Wende- oder Halsemanöver unterstützt. Zusätzlich verfügen diese reinen Rahsegler noch über mehrere Schratsegel, auch Stagsegel, genannt.

Zwischen dem Bugspriet und Fockmast sind an einzelnen Stagen meist vier dreieckige Klüversegel angebracht.

Mit Bugspriet bezeichnet man eine fest mit dem Rumpf verbundene Stange (Spiere), die über das Vorschiff bzw. Gallion herausragt.

Mir

Die russ. "Mir" als klassisches Vollschiff mit 3 rahgetahelten Masten.
Bildquelle: Wikipedia @ Patrick Wernhardt (Creative-Commons-Lizenz)

Ein rahgetakeltes Schiff mit zwei Masten ist eine Brigg.

Ein rahgetakelts Sailschiff mit nur einem Mast wird dagegen als Kutter bezeichnet.

Neben den klassischen Dreimaster wurden kurzzeitig auch Viermast und auch Fünfmast Vollschiffe gebaut. Schnell merkte man aber, dass diese generell schwer zu manövrieren waren. Auch waren die Rahsegel am hintersten Mast nur schwer zu bedienen. Damit erhöhte sich der Personalaufwand erheblich und somit die Kosten. Schiffe mit mehr als 3 Masten erhielten darauf hin eine Mischtakelung und werden in andere Schiffstypen unterschieden.

Konsequenter Weise sind heute keine Vollschiffe mit 4 oder 5 Masten mehr unter Segel.

Die Bark war zum 19. Jahrhundert der wichtigste und am häufigsten vorkommende Schiffstyp der nordeuropäischen Handelsflotte und ist auch heute noch vielfach im Einsatz. Dabei wurden zum Ende des 19.Jh. die Holzschiffe durch Stahlbauten ersetzt.

Die klassische Bark führt zwei voll vollgetakelte Masten und ein schonergetakelter Besanmast.

In Deutschland sind die "Gorch Fock" oder die aus der Werbesendung als grüne "Becks-Schiff" bekannte "Alexander v. Humboldt" die wohl bekanntesten Vertreter dieser Schiffsklasse.

Gorch Fock

Dreimast Bark Gorch Fock
Bildquelle: Wikipedia (Creative-Commons-Lizenz)

Sedow

Viermast Bark Sedow
Bildquelle: Wikipedia @ Christian Ferrer (Creative-Commons-Lizenz)

Neben den Dreimastern wurden später auch Viermast Barks gebaut. Die größte, noch aktive Viermastbark ist die unter russischer Fahne segelnde Sedow, sowie die Kruzenshtern.

Die Mastenfolge der Viermast Bark von Vorschiff nach Achtern: Fockmast (Vormast) - Großmast - Kreuzmast - Besanmast.

Mit dem Einsatz von Stahl als Baumaterial wurden die Schiffe immer größer und es wurden sogar Fünfmast Barks gebaut. Hier kam dann zusätzlich der Mittelmast dazu. Fünfmaster sind heute nicht mehr im Einsatz.

Ein der Bark verwandter Schiffstyp ist die Schonerbark. Hier ist nur der Fockmast voll rahgetakelt, die weiteren Masten können auf verschiedenster Weise mischgetakelt sein.

Man unterscheidet dabei nach der jeweiligen Beseglung unter: Barkentine (mit Rahtop am Großsegel), Hermaphrodit - Bark oder auch Zwitter - Bark (Mischtakelung aus Rah- und Schratsegeln).

Schonerbarken wurden je nach Größe und Anforderungen mit 3 bis 6 Masten gebaut.

Die Mastfolge von Vorne nach Achtern: Fockmast - Großmast - Kreuzmast - Tanzermast - Treibermast - Besanmast

Ein moderner Vertreter dieses Schiffstyps ist das chilenische Segelschulschiff "Esmeralda". Neben den Rahsegel am Fockmast trägt sie an den übrigen vier Masten Gaffelgroßsegel, Gaffeltoppsegel und Stagsegel (dreieckige Schratsegel).

Takelung der Barkentine Fockmast m. Rahsegel - Groß- u. Besammast m. Schratsegel

Das die Takelung eines Schiffes nicht immer gleich bleibt, zeigt der Großsegler "Cidade do Porto". Ursprünglich gebaut wurde sie 1883 als eisernes Viermast Vollschiff unter dem Namen "Lord Wolseley".

15 Jahre später als Viermastbark umgebaut, segelte sie darauf für 5 Jahre unter die Namen "E.R. Sterling" bzw. "Hans", um dann komplett entmastet und zur Sechsmast Barkentine umgeriggt zu werden.

Schoner hatten ursprünglich immer 2 Masten, wobei der vordere Mast (Schonermast kleiner oder auch gleich groß waren, als der hintere Großmast. Folglich heißt das Gaffelsegel am Schonermast auch Schonersegel und am Großmast Großsegel. Vom Bugspriet zum Schonermast werde zusätzlich 2 bis 3 Klüver und 1 Fock gesegelt.

Später wurden auch Dreimast Schoner gebaut. Unterscheidung zur Barkentine ist der vordere Mast. Beim Schoner, nicht größer als der folgende Großmast, also "Schonermast". Bei der Barkentine ist der vordere Mast größer als Großmast, demnach also ein Fockmast.

Die meisten dieser Dreimast Schoner trugen zudem statt Gaffelsegel dreieckige Stagsegel und am Großmast ein Bermudasegel und werden dem zur Folge auch Stagsegelschoner genannt.

Es gibt auch Zweimaster dieser Beseglung mit kürzerem Achtermast. Diese Segler heißen im Gegensatz zum Schoner Ketsch oder Yawl.

 

Früherer Lotsenschoner "Atalanta"
Beseglung von vorn: Aussen- und Innenclüver, Focksegel, Schoner- und Großsegel
oben: 2 Gaffeltopsegel

Durch diese Art der Beseglung können dieser Schonertypen sehr hoch am Wind gefahren werden, sind sehr schnell und wendig und benötigt nur eine verhältnismäßig kleine Besatzungsstärke.

Kleinere Schoner dienten früher als Fischerei- oder Lotsenschiffe. Sie wurden daher besonders stabil und hochseetüchtig gebaut. Einige ehemalige Lotsenschoner, wie z.B. die "Atalanta" sind zu hochseetüchtige Yachten umgebaut.

Der größte jemals gebaute Schoner war die "Thomas W. Lawson" aus dem Jahre 1902 mit sieben Masten, 25 Segeln und ca. 18 Mann Besatzung. Ein vergleichbares Fünfmast Vollschiff benötigt dem gegenüber ca. 45 Mann.

Der erfolgreichste Schiffstyp des späten Mittelalters bis hinein in die Neuzeit war die Karavelle. Diese Schiffe, meist als Zweimaster gebaut, mit den typischen großen und bauchigen Quersegel, ließ sich extrem hart am Wind fahren und verkürzte somit die Fahrzeiten bei Gegenwind enorm. Vorwiegend die Portugiesen trieben die Entwicklung des Schiffes voran.

Für die Entdeckungsfahrten und die Reisen zu den weit entfernten Überseekolonien waren besondere Eigenschaften erforderlich. Ein hohes Ladevermögen für Proviant und Kolonialgüter war nötig. Auch die Reisezeiten sollten so kurz wie möglich gehalten werden. Gleichzeitig musste der Tiefgang so gering wie möglich bleiben, um Küstenbereiche und Flussläufe befahren zu können. Die Karavelle erfüllte alle diese Eigenschaften. Selbst bei vollständiger Flaute konnten einige dieser Schiffe noch per Ruderkraft gesteuert werden.

Für die damalige Zeit war auch eine ausreichende Bewaffnung nötig. So wurden auch viele Kriegsschiffe und bewaffnete Begleitboote für die Handelsflotte nach dem Riss dieses Schiffstyps gebaut. Auf Grund der Kampfkraft wurden die bewaffneten Schiffe auch als "Caravela Armada" bezeichnet.

Die damals übliche Bewaffnung, hier auf der russ. "Shtandart"

 
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