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Windjammer

 

Takelage/Segelplan

 Der Antrieb der Segelschiffen sind die Segel. Um diese setzen zu können ist zumindest ein Mast, bei größeren Schiffe auch mehrere Masten erforderlich. Dazu gehört auch die entsprechende Takelage die aus dem "stehenden Gut" und Teile des "laufenden Gut" besteht  Diese beiden Begriff kurz erklärt.

  • Stehendes Gut ist alles Tauwerk, was zur Stabilisierung, bzw. Absteifung der Masten gehört und in der Regel beim Manöverieren nicht bewegt werden. Außnahme, die Back- und Vorstagen, die bei Bedarf gesetzt werden.

  • Laufendes Gut ist dem zur Folge Tauwerk welches zum Setzen, Bewegen und Abspannen der Segel benötigt wird.

Die Segel selbst können unterschiedliche Formen haben. Die Hauptsegel unterscheidet man dabei in folgende Gruppen:

Rahsegel

Rahsegel bei der Karawelle "Lisa von Lübeck"

Foto frei veröffentlichbar nach Wikimedia Commons, Autor: Malte Diedrich

Rahsegel sind an einer Querstange (der Rah) befestigt und waren wohl die erste Form von Segel. Das Segeltuch wird vom Wind aufgebläht und schiebt das Schiff vor sich her. Dem zur Folge lassen sich diese Schiffe nur sehr eingeschränkt gegen den Wind fahren.

Das Segeltuch der damaligen Großsegler bestand aus Fasern regional vorkommender Pflanzen. In Europa meist Leinen oder Hanf. Dabei muss das Segel sowohl stabil als auch nicht zu schwer sein. Wollfasern waren nicht geeignet, da Wolle viel Wasser aufnehmen kann und dabei zu schwer würde.

Ausnahme, in Nordeuropa wurden Segel auch aus Wolle gefertigt. Das Material kam von einer speziellen Schafsrasse, die über ein besonders Wasser abweisendes Fell verfügten.

In China wurde früher auch rote Seide verwendet.

Schratsegel

 

 

 

Gaffelschoner "Pacific Grace" mit Schratsegel

Schratsegel haben meist eine 3 oder 4 eckige Form. Da Schoner ausschließlich diese Segelform fahren, sagt man auch Schonersegel dazu. Diese Besegelung kann nahezu parallel zum Schiffsrumpf gesetzt werden und wirken dabei, ähnlich wie der Flügel eines Flugzeuges.

Mit dieser Konstruktion kann auch schräg gegen den Wind gefahren werden Dabei kann die Schiffsgeschwindigkeit höher als die Windgeschwindigkeit werden.

Durch den seitlich auftretenden Winddruck kann das Schiff allerdings stark kränken, bis hin zum Umschlagen. Darum sind diese Schiffe durch ausreichendem Ballast im Kiel stabilisiert.

Sowohl Rah- als auch Schratsegel gibt es in den Unterschiedlichsten Formen und Größen und werden bei den einzelnen Schiffstypen gemischt geführt. Um es der Seemannschaft überhaupt möglich zu machen, diese vielen Segel auseinander zu halten, tragen alle Segel Namen, nach Zuordnung zu den einzelnen Masten und des Segeltyps.

Als Beispiel auf dem Bild unten einmal die Segel einer Viermast Bark mit Rah-, und Schratsegel und zusätzlich gesetzten Stagsegel. Diese quer von einem zum anderen Mast gesetzten Segel sind an Stagen befestigt, daher der Name.

Die Mastfolge von vorn nach achtern beim Viermaster: Vormast (auch Fockmast) - Großmast - Kreuzmast - Besanmast.

Dazu kommt noch die Spiere, ein Mast der am Vorschiff verankert und fest abgespannt über die Galion herausragt und als vordere Stabilisierung des Vormast dient. Die Verbindungstaue zum Mast nennt man Stagen, an denen bei Bedarf Stagsegel (Klüver) gesetzt werden können.

Die einzelnen Maste selbst sind wie auf dem Bild zu erkennen, aus mehreren Mastteilen, auch Etagen genannt, zusammengesetzt. Der untere Teil nennt sich "Mars", der mittlere "Bram" und der dritte Teil "Royal".

Segelplan

Besanmast

Schratsegel vom Kreuzmast zum Besanmast, an Stagen befestigt

29 Besan-Stagsegel

30 Besan-Stengestagsegel

31 Besan-Bramstagsegel

 

 

Schratsegel am Besanmast

32 Unterbesan

33 Oberbesan

34 Besantoppsegel

Kreuzmast

Schratsegel vom Großmast zum Kreuzmast, an Stagen befestigt

20 Kreuz-Stengestagsegel

21 Kreuz-Bramstagsegel

22 Kreuz-Royalstagsegel

 

 

Rahsegel am Kreuzmast

23 Bagien

24 Kreuz-Untermarssegel

25 Kreuz-Obermarssegel

26 Kreuz-Unterbramsegel

27 Kreuz- Oberbramsegel

28 Kreuz- Royal

Großmast

Schratsegel vom Vormast zum Großmast, an Stagen befestigt

11 Groß-Stengestagsegel

12 Groß-Bramstagsegel

13 Groß-Royalstagsegel

 

 

Rahsegel am Großmast

14 Großsegel

15 Groß-Untermarssegel

16 Groß-Obermarssegel

17 Groß-Unterbramsegel

18 Groß- Oberbramsegel

19 Groß- Royal

Vormast

Schratsegel vom Bugspriet zum Vormast, an Stagen befestigt

1 Außenklüver

2 Klüver

3 Innenklüver

4 Vorstengestagsegel

 

Rahsegel am Vormast (Fockmast)  

5 Fock  

6 Vor-Untermarssegel  

7 Vor-Obermarssegel  

8 Vor-Unterbramsegel  

9 Vor- Oberbramsegel

10 Vor- Royal

    Die Seemannschaften mussten den Segelplan verinnerlicht haben, um bei den verschiedenen Manövern, die entsprechenden Befehle und Anweisungen richtig, schnell und zweifelsfrei ausführen zu können. Ganz besonders in Stresssituationen, wie bei schlechtem Wetter und schwerer See war die genaue Kenntnis lebenswichtig.

    Wenn man dann noch bedenkt, wie viele Leinen und Tauwerk des laufenden Guts zu den einzelnen Segeln gehören ...

     

    Für den Laien sieht das gesammte Gewirr an Tauwerk recht unübersichtlich aus

 
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